Es ist schon eine Weile her seit ich zum ersten Mal angekündigt habe, dass wir neues, fantastisches veganes Material bei uns in der Werkstatt haben. Naja, lasst es mich mal so ausdrücken: es hatte wohl eine ziemlich gute Zeit hier in seinem Regal, während es darauf gewartet hat endlich verarbeitet zu werden.

Ich wollte euch wirklich nicht so lange hinhalten, aber manchmal ist es schwierig die richtige Motivation zu finden. Besonders weil, obwohl ich es wirklich liebe neue Kollektionen zu erstellen, diese Arbeit immer mit sehr viel Sitzerei vor dem PC verbunden ist. Fotos machen, Beschreibungen erstellen, alle Artikel in die Shops laden... das ist wirklich nicht meine liebste Tätigkeit. Und man kann ja sehen, wozu das geführt hat: einem ganzen Haufen Trödelei.

Die Sache ist die, ich hatte die vegane Linie immer in meinem Hinterkopf, nur darauf wartend, dass ich die passende Inspiration finde dieses Projekt endlich anzugehen. Das Lustige ist, ich habe sie bei Jamie Oliver entdeckt. Das klingt vermutlich ziemlich schräg, das gebe ich zu - es wird aber gleich viel mehr Sinn machen. Wer mich ein bisschen kennt weiß, das Kochen eines meiner liebsten Hobbys ist. Es entspannt mich, selbst wenn mein Tag ansonsten eher bescheiden war. Es ist daher vermutlich nachvollziehbar, dass ich auch eine gewisse Vorliebe für Kochshows habe, um mir Inspiration für meine eigene Küche zu holen.

Eines Tages also habe ich Jamie beim Kochen zugesehen. Währenddessen hat er sein vegetarisches Kochbuch promotet, obwohl er selbst Fleisch isst. Ich habe schon einmal das etwas seltsame Gefühl erwähnt ein Unternehmen zu führen dass viel mit Leder arbeitet, gleichzeitig aber vegane Alternativen sucht und anbietet, daher war es für mich ziemlich cool jemanden in ähnlicher Position zu sehen.

Diese ganze Kochgeschichte hat mich allerdings auch zum Nachdenken gebracht. Und eine Idee hat sich in meinem Kopf geformt - etwas das mich mitreißen könnte. Es hat sich ziemlich absurd angehört, selbst für mich, dennoch habe ich zwei grandiose Abende damit verbracht ein Konzept zu erstellen von dem ich dachte es würde nie das Tageslicht erblicken. Denn, wer würde sich schon für so viel Verrücktheit interessieren? Nun ja, ich habe trotz allem meinem Partner davon erzählt und er fand meine Hirngespinste lustig. Zusätzlich hat er mich auf eines aufmerksam gemacht: selbst wenn sich niemand für mein Projekt interessieren würde, ich hätte dennoch die veganen Kollektionen fertig gestellt und veröffentlicht. Durch ihn ermutigt habe ich begonnen auch Freunden davon zu erzählen, und da meine Idee auch hier positiven Anklang fand habe ich mich dazu entschieden es einfach durchzuziehen.

"Unterschätze niemals die Wichtigkeit, Spaß zu haben."

Randy Pausch

Also, hier der Plan (auch bekannt als "wie motiviert man Lena"):

Ich stelle jede Woche eines der neuen Halsbänder vor, zumindest bis zum Ende des Jahres (ihr habt es vermutlich schon erraten: das ist nicht der verrückte Part).

Wisst ihr, ich habe nach meiner Matura (Abitur für unsere deutschen Nachbarn) an einer technischen Schule das Kolleg für Mode hier in Graz besucht. Und eine Sache, die wir dort wirklich gelernt haben, ist Kollektionsentwicklung. Dieses Wissen habe ich mir zu Nutze gemacht, um etwas zu erschaffen das sich ausgezeichnet mit meinen Hobbies kombinieren lässt: ich habe mir einige Halsbanddesigns ausgesucht, um dazu passende vegane Rezepte zu erstellen. "Vegane was...?" fragt ihr euch jetzt vielleicht. Genau. Rezepte. Zum Kochen.

Ich habe ja gesagt es wird verrückt. Allerdings ist eine unheimlich tolle Sache am selbstständig sein, dass man abgedrehte Dinge tun kann, wenn einem danach ist.

Daher wird es, zusätzlich zu den neuen Halsbändern, die ich jede Woche vorstelle, immer ein Rezept geben, welches vom aktuellen Band inspiriert wurde. Mit Bildern und allem Drum und Dran. Natürlich werde ich auch jede Woche die Shops mit immer mehr veganen Artikeln befüllen. Und ich würde mich wirklich freuen, wenn ihr Lust habt mich dabei zu begleiten (#penumbracookclub - darüber erzähle ich euch in einem anderen Eintrag etwas mehr)!

Um diesen Post auch standesgemäß zu beenden stelle ich euch etwas sehr Passendes (ich nenne es nicht mal Rezept - dafür ist es zu simpel) vor - Apfel-Ananas Marmelade!

Falls ihr euch jetzt fragt, wie ich auf diese seltsame Kombination komme: das ist einfach.

Die neue vegane Kollektion ist aus ganz neuem Material gefertigt. Vielleicht kennt ihr schon unsere bestehende Linie aus dem Ananas-basierten Lederersatz? Das mit der großartigen Struktur? Wir haben jetzt endlich auch etwas gefunden, um eine ganz neue Serie zu erschaffen: ein Apfel-basiertes Lederersatzmaterial mit glatter Oberfläche und sehr ähnlichem Aussehen zu unserem echten Leder. Für alle die den Look von Leder mögen aber nicht wollen, dass tierische Produkte verwenden werden - wir haben die Lösung!

Um das zu feiern haben wir die allerbeste Marmelade der Welt gemacht (und ich habe schon einige Varianten durch, das ist meine Liebste bisher).

Los gehts! Ihr benötigt:

1 Packung 3:1 Gelierzucker

1 Ananas

etwa 750 g Äpfel

2 Zitronen

1 TL Vanillepulver

Schneidet zuerst den oberen Teil der Ananas ab. Legt den Rest auf eine Waage und fügt so lange Äpfel hinzu bis das Gesamtgewicht etwa 1,5 kg erreicht.

Befreit Äpfel und Ananas von Schale und Kern und schneidet das Fruchtfleisch in kleine Stücke.

Gebt die Fruchtstücke in einen Topf und erwärmt sie. Fügt den Saft der Zitronen und das Vanillepulver hinzu und köchelt die Masse so lange bis die Äpfel weich werden (das hat bei mir etwa 20 Min gedauert).

Sobald die Äpfel weich sind könnt ihr die Masse mit einem Pürierstab mixen, bis ihr die für euch passende Konsistenz erreicht habt. Ich mag es ja gerne, wenn noch kleine Stücke übrig sind, das bleibt aber ganz euren Vorlieben überlassen.

Sobald ihr das erledigt habt könnt ihr den Gelierzucker hinzufügen. Beachtet dabei die Anweisung auf der Packung - meistens müsst ihr die Mischung dann noch ein paar Minuten köcheln.

Sobald ihr fertig seid könnt ihr die heiße Marmelade in sterile Gläser abfüllen und verschließen. Jetzt müsst ihr sie nur mehr abkühlen lassen und schon seid ihr fertig.

Die Marmelade passt hervorragend auf Brot oder ins Müsli (zugegebenermaßen esse ich sie auch ganz gerne mal einfach so - ohne irgendwas anderes)