Eine der Dinge, die mich an unserem neuen veganen Material am meisten fasziniert haben, war dass es sich auch unheimlich toll gravieren lässt. Wir können also endlich auch unsere „Calligraphy“ Serie in vegan herausbringen!

Ich habe mich für die Inspirationen vor allem mit einer Kalligraphie beschäftigt, nämlich „slave“. Ich fühle mich sehr zu diesem Wort hingezogen, vielleicht weil es doppelt belegt ist - einmal sehr positiv im kink-Kontext und einmal historisch sehr negativ.


Einige meiner liebsten Bücher aus Jugendzeit haben Sklaverei stark thematisiert und ich fand es schon damals erschreckend wie wir Menschen miteinander umgehen können. Jetzt, Jahre später, sehe ich das nach wie vor genau so. Mit dem Zusatzwissen dass, unter gewissen Voraussetzungen und dem Vorhandensein von Konsens, das Wort „Sklave“ gar nicht nur schlimm sein muss. Als jemand mit starker Vorliebe für D/s weckt es im Zusammenhang mit BDSM sogar sehr positive Gefühle in mir. Dennoch würde es mir schwer fallen mich als Sklavin zu bezeichnen, ohne genau zu wissen warum. Und nein, es liegt nicht daran dass es ein böses Wort ist - ich hab mich schon viel schlimmere Dinge genannt.


Aufgrund dieser Dualität musste es einfach dieser Schriftzug werden. Also habe ich mich mit dem Band hingesetzt und nachgedacht. Und begonnen zu recherchieren. Wie haben die Sklaven gelebt. Was haben sie so getan. Und vor allem: was haben sie gegessen?

Das Internet hat vor allem zur Sklaverei in Südamerika einiges an Informationen bereit gehalten, und darauf basiert auch die Grundidee für dieses Rezept.

Eines der Hauptnahrungsbestandteile war Maisgries, bei uns auch Polenta genannt. Das klingt nach einer logischen Wahl, Polenta ist sättigend und stärkend und vor allem günstig.

Jetzt wurde ich mit Polenta bisher nicht so wirklich warm, was nur als zusätzliche Motivation diente diese Rezepte zum funktionieren zu bringen.


Begonnen habe ich mit einem Rezept für gegrilltem Polenta mit Ofengemüse.


Ofengemüse ist bei mir ein absolutes Standardessen weil es so flexibel ist und absolut schnell gemacht. Alles was man tun muss ist, Das Gemüse zu waschen und zu putzen, zu würzen und dann für etwa 45 Min ins Backrohr zu werfen, viel einfacher wird es nicht :)

Ich habe mich für dieses Essen sogar extra bei meinen Eltern zum Kochen eingeladen, nachdem sie so eine coole gusseiserne Steakpfanne besitzen mit der man die hübschen Streifen auf den Polenta bekommt.


Und jetzt, lasst uns einen Blick aufs Rezept werfen:

Halsband von penumbra, großartiges Messer von Atelier a loup

Für den Polenta (vier Portionen):

 

250 g Polenta

1 l Gemüsebrühe

1 TL Salz

1 EL Olivenöl

4 EL Hefeflocken

Ein paar Zweige frischer Rosmarin

Grob gemahlener Pfeffer

etwas mehr Olivenöl zum braten

Für den Polenta muss man erst einmal die Gemüsebrühe aufkochen. Dann werden Polenta, Salz, Pfeffer, gehackter Rosmarin und die Hefeflocken hinzugefügt. (Meine Mama hat mir erzählt, dass sie immer Parmesan verwendet, wenn sie Polenta kocht. Hefeflocken schienen mir also wie ein passender Ersatz, sie sind aber nicht wirklich notwendig, sondern ergänzen nur den Geschmack)

Die Mischung sollte jetzt noch einmal aufkochen und dann für zehn Minuten auf der ausgeschalteten Herdplatte zugedeckt rasten. Dabei gelegentlich umrühren damit nichts anbrennt. Jetzt kann man die Masse auch noch nachwürzen, falls notwendig.

Während der Polenta zieht ist Zeit eine ofenfeste Form einzuölen. Der noch heiße Polenta wird nach der Ziehzeit eingefüllt, glatt gestrichen und soll jetzt in der Form kalt werden (dafür mindestens eine Stunde Zeit einrechnen). Dadurch entsteht ein schnittfester Block.

Sobald das erledigt ist kann man den Inhalt auf ein Schneidbrett stürzen und in die gewünschte Form schneiden. Die Polenta Stücke werden dann noch in einer Pfanne mit Olivenöl bis zum gewünschten Bräunungsgrad angebraten.

Das Gemüse:

Ofengemüse ist eine meiner liebsten Mahlzeiten, das gibt es bei mir mindestens einmal die Woche. Es ist einfach und schnell gemacht und dazu auch noch richtig abwechslungsreich.

Ich werde dafür kein echtes Rezept schreiben, nur einen groben „Wegweiser“ zum selbst personalisieren.

Vor dem Start am besten das Backrohr auf 175 Grad Celsius vorheizen.

Ich denke etwa 200-300 g Gemüse pro Person sind eine ganz gute Richtlinie, auch wenn ich hier selbst immer nach Gefühl gehe und nie Mengen abwiege. Das schöne ist, dass man an Gemüse verwenden kann was auch immer gerade verfügbar ist. Diesmal sind es bei mir Kartoffeln, Tomaten, Zucchini, Melanzani, Pfefferoni, Frühlingszwiebel und Romanesco geworden (letzterer ehrlich gesagt nur weil ich furchtbar neugierig war als ich ihn am Bauernmarkt gesehen habe).

Das Gemüse wird gewaschen und klein geschnitten und dann in eine Auflaufform gefüllt.

Ich selbst füge jetzt noch Tonnen an Knoblauch hinzu – der verliert seinen scharfen Geschmack durch das Rösten im Ofen völlig und hinterlässt eine Menge Aroma. Meine Mama hat mir beigebracht die ganzen, geschälten Zehen zu verwenden und diese einfach nur zu zerdrücken bevor sie zum Gemüse kommen. Es kommt auf meine Stimmung an ob ich das so mache oder den Knoblauch klein schneide.

Wenn das erledigt ist fehlen nur mehr Salz, Pfeffer und ein großzügiger Schluck Olivenöl bevor das Gemüse für etwa 45 Minuten ins Backrohr kommt.